Bildformate und Auflösung

Kostenlose Bilddatenbanken: Lizenzen richtig verstehen

Kostenlos heißt nicht rechtefrei: was Plattformlizenzen und Creative Commons erlauben, wo Rechte Dritter greifen und wie Sie Lizenzen dokumentieren.

Kostenlose Bilddatenbanken sind eine große Hilfe für Websites, Blogs und Social-Media-Beiträge. Kostenlos bedeutet aber nicht rechtefrei: Jedes Bild steht unter einer Lizenz, die festlegt, was erlaubt ist. Die meisten Plattformlizenzen erlauben kommerzielle Nutzung ohne Namensnennung, Creative-Commons-Lizenzen verlangen dagegen oft eine Nennung und schließen teilweise kommerzielle Nutzung aus. Zusätzlich können Rechte von abgebildeten Personen oder Markeninhabern greifen. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede und zeigt, wie Sie sich absichern. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Die wichtigsten Begriffe

  • Urheberrecht: Wer ein Foto macht, ist Urheber. In Deutschland lässt sich das Urheberrecht selbst nicht übertragen. Übertragen werden Nutzungsrechte, also die Erlaubnis, ein Bild auf bestimmte Weise zu verwenden.
  • Lizenz: die Vereinbarung, die diese Nutzungsrechte beschreibt. Bei Bilddatenbanken stimmen Sie ihr mit dem Download zu.
  • Lizenzfrei (royalty-free): keine Gebühren pro Nutzung, aber trotzdem an Bedingungen gebunden.
  • Gemeinfrei: Werke, deren Schutz abgelaufen ist oder auf deren Rechte so weit wie möglich verzichtet wurde. Sie dürfen weitgehend frei genutzt werden.
  • Namensnennung: die Angabe des Urhebers, die je nach Lizenz Pflicht oder freiwillig ist.

Lizenzarten im Überblick

Lizenz Kommerziell Bearbeiten Nennung Typische Quelle
Plattformlizenz großer Gratis-Fotodienste meist ja meist ja meist freiwillig Foto-Plattformen mit eigener Lizenz
CC0 (Verzicht auf Rechte) ja ja freiwillig Archive, Museen, einige Plattformen
CC BY ja ja Pflicht Wikimedia Commons, Fotografen
CC BY-SA ja ja, unter gleicher Lizenz Pflicht Wikimedia Commons
CC BY-NC nein ja Pflicht Fotografen, Projekte
CC BY-ND ja nur für sich, bearbeitete Fassungen nicht weitergeben Pflicht Fotografen, Organisationen
gemeinfrei (Schutz abgelaufen) ja ja nicht vorgeschrieben, aber üblich historische Archive

Die Kürzel lassen sich kombinieren, etwa CC BY-NC-SA. NC steht für nicht kommerziell, ND für keine Bearbeitung, SA für Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Bei Creative Commons ist zudem die Version wichtig, die aktuelle trägt die Nummer 4.0.

Plattformlizenzen großer Gratis-Fotodienste

Bekannte Dienste wie Unsplash, Pexels und Pixabay verwenden eigene Lizenzen. Sie ähneln sich in den Grundzügen, unterscheiden sich aber im Detail. Typisch ist:

Meist erlaubt:

  • Nutzung auf Websites, in Blogs, Social Media, Präsentationen und Werbung,
  • kommerzielle Nutzung,
  • Bearbeiten, Zuschneiden, Kombinieren,
  • Nutzung ohne Namensnennung.

Meist nicht erlaubt:

  • unveränderte Bilder verkaufen, etwa als Poster oder Druck ohne eigene Gestaltung,
  • Bilder in einer eigenen Bilddatenbank oder einem vergleichbaren Dienst anbieten,
  • den Eindruck erwecken, abgebildete Personen oder Marken würden ein Produkt empfehlen,
  • Personen in herabwürdigenden oder sensiblen Zusammenhängen zeigen.

Wichtig: Diese Plattformen übernehmen in der Regel keine Gewähr dafür, dass für abgebildete Personen, Marken oder Gebäude alle Freigaben vorliegen. Die Verantwortung für die konkrete Verwendung liegt beim Nutzer. Lizenzbedingungen können sich ändern. Lesen Sie die aktuelle Fassung auf der Plattform selbst und sichern Sie sie beim Download.

Creative Commons richtig nennen

Verlangt eine Lizenz die Namensnennung, gehören vier Angaben dazu, im Englischen als TASL zusammengefasst:

  1. Titel des Werks, sofern vorhanden,
  2. Urheber mit dem angegebenen Namen,
  3. Quelle, idealerweise mit Link zur Ursprungsseite,
  4. Lizenz mit Kürzel, Version und Link zum Lizenztext.

Ein Muster für eine Bildunterschrift: “Foto: [Name des Urhebers], [Titel], via [Plattform], Lizenz CC BY 4.0”. Wurde das Bild bearbeitet, sollte das ebenfalls vermerkt werden, etwa mit “zugeschnitten”. Die Nennung muss dem Bild zuzuordnen sein, also direkt am Bild oder in einem eindeutig verknüpften Bildnachweis.

Rechte Dritter: Was die Lizenz nicht abdeckt

Selbst wenn der Fotograf alle Rechte einräumt, können andere Rechte betroffen sein.

Recht am eigenen Bild

Wer auf einem Foto erkennbar ist, muss der Veröffentlichung grundsätzlich zustimmen. Das Kunsturhebergesetz sieht Ausnahmen vor, etwa für Personen als Beiwerk neben einer Landschaft oder bei Versammlungen. Bei Werbung und in sensiblen Zusammenhängen, etwa Gesundheit, Finanzen oder Politik, ist besondere Vorsicht geboten. Professionelle Fotografen holen dafür eine schriftliche Einwilligung ein, das sogenannte Model Release. Bei Gratis-Plattformen ist meist nicht erkennbar, ob eine solche Freigabe vorliegt.

Marken, Logos und Produkte

Sichtbare Markenzeichen auf Fotos können problematisch werden, wenn der Eindruck entsteht, die Marke unterstütze Ihr Angebot. Für werbliche Verwendung sind Bilder ohne erkennbare Logos die sicherere Wahl.

Kunstwerke und Gebäude

Abgebildete Kunstwerke können eigenen Urheberrechtsschutz haben. In Deutschland erlaubt die Panoramafreiheit, Werke abzubilden, die sich bleibend an öffentlichen Wegen und Plätzen befinden, allerdings nur von dort aus gesehen. Innenräume und Aufnahmen von Privatgelände fallen nicht darunter.

Schutzdauer: Wann Bilder frei werden

Fotos sind nicht ewig geschützt. Für Lichtbildwerke, also Fotos mit eigener schöpferischer Gestaltung, gilt in Deutschland die allgemeine Schutzfrist bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Einfache Lichtbilder ohne besondere Gestaltungshöhe sind kürzer geschützt, in der Regel 50 Jahre ab Erscheinen oder Herstellung. Die Abgrenzung ist im Einzelfall schwierig. Für die Praxis heißt das: Auch alte Fotos sind nicht automatisch frei. Verlässlicher sind Archive, die gemeinfreie Werke ausdrücklich als solche kennzeichnen.

Typische Fallen

  • Weiterverbreitete Bilder: Manche Bilder werden von Dritten auf Gratis-Plattformen hochgeladen, ohne dass sie die Rechte daran haben. Wirkt ein Bild wie ein bekanntes Pressefoto oder ein Werbemotiv, ist Vorsicht geboten. Eine umgekehrte Bildersuche kann helfen, die Herkunft zu prüfen.
  • Bildersuche statt Bilddatenbank: Treffer einer Suchmaschine sind keine Freigabe.
  • Screenshots fremder Inhalte: Auch Screenshots von Websites, Videos oder Apps enthalten geschützte Inhalte.
  • Social-Media-Beiträge herunterladen: Ein öffentlich geteiltes Bild darf nicht einfach auf die eigene Website kopiert werden.
  • KI-generierte Bilder: Einige Bilddatenbanken enthalten inzwischen KI-Bilder. Die Rechtslage dazu ist noch nicht in allen Punkten geklärt, und die Bedingungen des jeweiligen Anbieters sind maßgeblich.
  • Lizenz nicht gesichert: Ändert eine Plattform ihre Bedingungen oder wird ein Bild gelöscht, fehlt später der Nachweis.

Lizenzen dokumentieren

Eine einfache Tabelle reicht, um jederzeit belegen zu können, woher ein Bild stammt:

Feld Beispielinhalt
Dateiname startseite-hero.webp
Quelle vollständige URL der Bildseite
Urheber Name, wie auf der Plattform angegeben
Lizenz Name und Version, etwa CC BY 4.0 oder Plattformlizenz
Download-Datum Tag des Downloads
Nachweis Screenshot der Bildseite und der Lizenzbedingungen
Verwendung Seite oder Kanal, auf dem das Bild eingesetzt wird

Speichern Sie die Originaldatei zusammen mit dem Screenshot. Die Dokumentation kostet pro Bild eine Minute und kann im Streitfall entscheidend sein.

Bilder für Social Media

Für Beiträge und Profilbilder auf sozialen Netzwerken gelten dieselben Regeln. Achten Sie zusätzlich darauf, dass die Plattformen hochgeladene Inhalte oft umfangreich weiterverwenden dürfen. Das ist bei eigenen Fotos unproblematisch, bei lizenzierten Bildern aber nur dann zulässig, wenn die Lizenz das zulässt. Wie Sie ein stimmiges Profil gestalten, zeigt der Ratgeber Social-Media-Profil gestalten.

Technik: Bilder vorbereiten

Bilder aus Datenbanken sind oft sehr groß, nicht selten mehrere tausend Pixel breit. Vor dem Einsatz auf einer Website sollten Sie sie auf die tatsächlich benötigte Größe verkleinern, in ein modernes Format wie WebP oder AVIF umwandeln und mit einem aussagekräftigen Alternativtext versehen. Grundlagen zu Auflösung und Formaten erklärt der Ratgeber Pixel, Auflösung und Bildformate, Hinweise zur Bildsprache die Übersicht Tipps für ansprechendes Webdesign.

Alternativen zu Stockfotos

  • Eigene Fotos: zeigen das echte Angebot, den echten Ort, das echte Ergebnis und sind rechtlich am einfachsten, solange abgebildete Personen zustimmen.
  • Eigene Grafiken und Illustrationen: etwa als SVG, passend zur Gestaltung und ohne Lizenzfragen.
  • Gemeinfreie Archive: Museen und Bibliotheken stellen historische Werke zunehmend frei zur Verfügung.
  • Kostenpflichtige Bilddatenbanken: bieten oft klarere Freigaben für Personen und Marken, kosten aber Geld und haben eigene Lizenzstufen.

Kostenlose Bilder sind ein guter Start, wenn Sie die Lizenz lesen, Rechte Dritter mitdenken und alles dokumentieren. Im Zweifel ist ein anderes Motiv günstiger als eine Auseinandersetzung über Nutzungsrechte.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Darf ich Bilder aus kostenlosen Bilddatenbanken kommerziell nutzen?

Bei den großen Plattformen mit eigener Lizenz ist die kommerzielle Nutzung in der Regel erlaubt, etwa auf einer Unternehmenswebsite oder in Social-Media-Beiträgen. Ausgenommen sind meist bestimmte Verwendungen, zum Beispiel der Weiterverkauf unveränderter Bilder. Maßgeblich ist immer die aktuelle Lizenz der Plattform zum Zeitpunkt des Downloads.

Muss ich den Fotografen nennen?

Bei Plattformlizenzen meist nicht, eine freiwillige Nennung ist aber gern gesehen. Bei Creative-Commons-Lizenzen mit dem Kürzel BY ist die Nennung Pflicht, und zwar mit Urheber, Titel, Quelle und Lizenz. Fehlt sie, liegt ein Lizenzverstoß vor.

Was bedeutet lizenzfrei?

Lizenzfrei, englisch royalty-free, heißt nicht, dass keine Lizenz gilt. Gemeint ist, dass nach dem einmaligen Erwerb oder Download keine weiteren Gebühren pro Nutzung anfallen. Die Bedingungen der Lizenz gelten trotzdem.

Darf ich Bilder aus der Google-Bildersuche verwenden?

Nicht ohne Weiteres. Die Bildersuche zeigt Bilder von fremden Websites, die in aller Regel urheberrechtlich geschützt sind. Ein Filter nach Nutzungsrechten kann helfen, ersetzt aber nicht die Prüfung der Lizenz auf der Ursprungsseite.

Was tun, wenn eine Abmahnung wegen eines Bildes kommt?

Nicht ignorieren und Fristen beachten. Prüfen Sie Ihre Lizenzdokumentation und lassen Sie die Forderung rechtlich beraten, bevor Sie zahlen oder eine Unterlassungserklärung unterschreiben. Vorformulierte Erklärungen gehen oft weiter als nötig.