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Webdesigner beauftragen: Briefing, Kosten, Checkliste

Ein neutraler Leitfaden für Auftraggeber: wie Sie ein Briefing schreiben, Angebote vergleichen, Kosten einordnen und im Vertrag die wichtigen Punkte regeln.

Eine neue Website ist für viele Selbstständige, Vereine und kleine Unternehmen ein großes Projekt, und oft das erste dieser Art. Wer gut vorbereitet in die Gespräche geht, bekommt vergleichbare Angebote, vermeidet Missverständnisse und behält die Kontrolle über das Ergebnis. Dieser Ratgeber ist eine neutrale Checkliste für Auftraggeber. PlanetPixel selbst bietet keine Gestaltungsleistungen an und vermittelt keine Dienstleister.

Schritt 1: Klarheit vor dem ersten Gespräch

Bevor Sie Anbieter kontaktieren, beantworten Sie für sich:

  • Ziel: Was soll die Website erreichen? Anfragen, Verkäufe, Bewerbungen, Information?
  • Zielgruppe: Wer soll sie nutzen, und mit welchen Fragen kommen diese Menschen?
  • Umfang: Wie viele Seiten ungefähr, welche Bereiche?
  • Funktionen: Kontaktformular, Terminbuchung, Shop, Mitgliederbereich, mehrsprachig?
  • Inhalte: Gibt es Texte und Fotos, oder müssen sie erstellt werden?
  • Bestehendes: Logo, Farben, eine alte Website, deren Adressen und Suchmaschinen-Rankings erhalten bleiben sollen?
  • Pflege: Wer ändert später Inhalte, und wie oft?
  • Budget und Zeitrahmen: realistisch, inklusive laufender Kosten.

Schritt 2: Das Briefing

Aus diesen Antworten entsteht ein Briefing, ein kurzes Dokument von zwei bis vier Seiten. Es enthält zusätzlich Beispiele von Websites, die Ihnen gefallen oder nicht gefallen, jeweils mit Begründung. Ein gutes Briefing ist die beste Versicherung gegen ein Ergebnis, das am Ziel vorbeigeht, und macht Angebote vergleichbar, weil alle Anbieter von denselben Annahmen ausgehen.

Schritt 3: Anbieter finden und prüfen

Achten Sie bei der Auswahl auf:

  • Passende Referenzen: Projekte in ähnlicher Größe und Branche, die online sind und funktionieren. Testen Sie sie auf dem Smartphone.
  • Verständliche Kommunikation: Werden Ihre Fragen ohne Fachchinesisch beantwortet? Werden kritische Rückfragen zum Briefing gestellt?
  • Transparenz: Wer arbeitet am Projekt, und mit welchem System wird die Website gebaut?
  • Nachvollziehbare Bewertungen aus unabhängigen Quellen und persönliche Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld.

Holen Sie zwei bis drei Angebote ein. Ein deutlich günstigeres Angebot ist nicht automatisch schlechter, sollte aber Anlass sein, genau nachzufragen, was enthalten ist.

Schritt 4: Kosten verstehen

Die Preise für Websites liegen weit auseinander. Das liegt an diesen Faktoren:

Faktor Günstiger Teurer
Gestaltung angepasste Vorlage individuelles Design mit Entwürfen
Technik Baukasten oder Standard-CMS individuelle Programmierung, Schnittstellen
Umfang wenige Seiten viele Seitentypen, mehrere Sprachen
Funktionen Kontaktformular Shop, Buchung, Mitgliederbereich
Inhalte vom Kunden geliefert Texte, Fotos, Grafiken werden erstellt
Extras keine Suchmaschinenoptimierung, Barrierefreiheitsprüfung, Schulung

Fragen Sie außerdem nach den laufenden Kosten: Domain, Hosting, Lizenzen für Themes, Plugins oder Schriften, Wartung und Sicherheitsupdates. Diese fallen jedes Jahr an und werden in Angeboten gern vergessen. Ob ein Baukasten oder ein individuell gestaltetes Projekt besser passt, hängt vor allem davon ab, wie wichtig Eigenständigkeit, Funktionen und spätere Erweiterbarkeit sind.

Schritt 5: Der Vertrag

Ein schriftlicher Vertrag schützt beide Seiten. Er sollte mindestens regeln:

  1. Leistungsumfang mit Seitenzahl, Funktionen und dem, was ausdrücklich nicht enthalten ist.
  2. Ablauf und Termine, inklusive dessen, was Sie wann liefern müssen.
  3. Korrekturschleifen: wie viele im Preis enthalten sind und was zusätzliche kosten.
  4. Abnahme: wann und wie das Ergebnis abgenommen wird. Rechtlich wird eine Website meist als Werkvertrag eingeordnet, die Abnahme hat dann Folgen für Zahlung und Gewährleistung.
  5. Nutzungsrechte an Gestaltung, Texten, Bildern und Code, zeitlich und räumlich unbeschränkt, mit dem Recht zur Bearbeitung.
  6. Eigentum an Domain und Konten: Domain, Hosting und Analysekonten sollten auf Ihren Namen laufen, Sie bekommen alle Zugangsdaten.
  7. Wartung und Support nach dem Start, mit Preis und Reaktionszeiten.
  8. Datenschutz: Wenn der Dienstleister Zugriff auf personenbezogene Daten hat, etwa Formulareingaben, braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

Schritt 6: Zusammenarbeit im Projekt

Planen Sie eigene Zeit ein: Inhalte liefern, Entwürfe prüfen, Feedback geben. Gutes Feedback ist konkret und begründet (“Die Telefonnummer ist auf dem Handy schwer zu finden”) statt geschmacklich (“Gefällt mir nicht”). Bündeln Sie Rückmeldungen mehrerer Beteiligter, bevor Sie sie weitergeben. Prüfen Sie vor dem Livegang Impressum, Datenschutzerklärung, Formulare, die mobile Ansicht und, bei einem Relaunch, die Weiterleitungen von alten auf neue Adressen.

Checkliste für Auftraggeber

Phase Erledigt, wenn
Vorbereitung Ziel, Zielgruppe, Umfang, Funktionen und Budget sind notiert
Briefing Dokument mit Beispielen liegt vor
Auswahl zwei bis drei vergleichbare Angebote, Referenzen geprüft
Vertrag Leistungsumfang, Korrekturen, Abnahme, Rechte, Konten, Wartung geregelt
Umsetzung Inhalte geliefert, Feedback gebündelt und konkret
Livegang Rechtstexte, Formulare, Mobilansicht, Weiterleitungen geprüft
Danach Zugangsdaten vollständig, Updates und Backups geklärt

Wer die Grundlagen kennt, kann Entwürfe besser beurteilen. Einen Überblick geben die Grundlagen guter Gestaltung, für Shops und andere Angebote an Verbraucher lohnt zudem ein Blick in den Ratgeber Barrierefreies Webdesign. Wer auch ein Logo braucht, findet unter Logo gestalten die passende Checkliste.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was kostet eine Website vom Webdesigner?

Eine seriöse Pauschale gibt es nicht. Die Spanne reicht von einigen hundert Euro für die Einrichtung eines Baukastens oder einer Vorlage bis zu fünfstelligen Beträgen für individuell gestaltete und programmierte Websites mit vielen Seiten und Funktionen. Entscheidend sind Umfang, Individualität, Funktionen und wer Texte und Bilder liefert.

Freelancer oder Agentur: was ist besser?

Beides kann passen. Freelancer sind oft flexibler und günstiger, bei Krankheit oder Urlaub fehlt aber die Vertretung. Agenturen decken mehr Disziplinen ab, haben aber meist höhere Stundensätze. Entscheidend sind Referenzen, die zum eigenen Projekt passen, und eine gute Kommunikation.

Wem gehört die Website nach der Fertigstellung?

Das regelt der Vertrag. Achten Sie darauf, dass Ihnen die nötigen Nutzungsrechte an Gestaltung, Texten und Bildern eingeräumt werden, dass Domain und Hosting auf Ihren Namen laufen und dass Sie die Zugangsdaten zu allen Konten erhalten.