Landingpage-Aufbau: Die wichtigsten Elemente im Überblick
Ein Ziel, eine Botschaft, eine Hauptaktion: welche Bausteine eine Landingpage braucht und in welcher Reihenfolge sie überzeugen.
Eine Landingpage ist eine Seite mit genau einem Ziel: Besucher, die über eine Anzeige, einen Newsletter oder eine Suchanfrage kommen, sollen eine bestimmte Aktion ausführen. Dafür braucht sie einen Startbereich, der das gegebene Versprechen aufgreift, eine klare Darstellung des Nutzens, glaubwürdige Belege, Antworten auf Zweifel und eine Hauptaktion, die sich durch die Seite zieht. Dieser Artikel stellt die Bausteine in einer bewährten Reihenfolge vor. Wie sie mit allgemeinen Gestaltungsprinzipien zusammenhängen, erklären die Grundlagen guter Gestaltung.
Was eine Landingpage von anderen Seiten unterscheidet
| Merkmal | Startseite | Landingpage |
|---|---|---|
| Zielgruppe | alle Besucher | eine bestimmte Gruppe mit einem Anliegen |
| Ziel | Orientierung, viele Einstiege | eine einzige Aktion |
| Navigation | vollständig | oft reduziert |
| Inhalt | Überblick über alles | Tiefe zu einem Angebot |
| Erfolgsmaß | Besucher finden ihren Weg | Anteil der Besucher, die die Aktion ausführen |
Der wichtigste Unterschied ist der Fokus. Jedes Element einer Landingpage sollte die Frage bestehen: Hilft es, die Entscheidung zu treffen? Wenn nicht, gehört es woanders hin.
Die Bausteine in sinnvoller Reihenfolge
Die folgende Reihenfolge folgt den Fragen, die sich Besucher nacheinander stellen. Nicht jede Landingpage braucht jeden Baustein.
1. Startbereich: Bin ich hier richtig?
Der erste Bildschirm entscheidet, ob Besucher bleiben. Er enthält eine Überschrift mit dem zentralen Nutzen, eine Unterzeile, die ihn konkretisiert, die Hauptaktion und ein Bild, das das Angebot zeigt. Welche Elemente dort Platz haben und welche stören, beschreibt der Artikel Above the Fold.
2. Problem und Nutzen: Was habe ich davon?
Hier wird das Anliegen der Besucher aufgegriffen und gezeigt, wie das Angebot es löst. Bewährt sind drei bis fünf Nutzenpunkte, jeweils mit kurzer Überschrift und ein bis zwei Sätzen. Formulieren Sie Ergebnisse, nicht Eigenschaften: “Termin in zwei Minuten online buchen” sagt mehr als “modernes Buchungssystem”.
3. Das Angebot konkret: Was genau bekomme ich?
Besucher wollen wissen, was im Angebot steckt: Umfang, Bestandteile, Varianten, bei Bedarf Preise oder zumindest die Grundlage, nach der sie berechnet werden. Vage Formulierungen erzeugen Misstrauen. Eine Tabelle oder Liste ist hier oft besser als Fließtext.
4. Belege: Kann ich dem trauen?
Glaubwürdigkeit entsteht durch Nachprüfbares: echte Kundenstimmen mit Zustimmung der Personen, Beispiele realer Ergebnisse, Zertifikate, die tatsächlich vorliegen, oder konkrete Angaben zur Erfahrung. Erfundene oder gekaufte Bewertungen sind nicht nur unseriös, sondern auch wettbewerbsrechtlich unzulässig. Wer Bewertungen zeigt, muss zudem angeben, ob und wie geprüft wird, dass sie von echten Kunden stammen.
5. Ablauf: Wie geht es weiter?
Viele Menschen zögern, weil sie nicht wissen, was nach dem Klick passiert. Eine kurze Schrittfolge nimmt diese Unsicherheit: Formular ausfüllen, Rückmeldung erhalten, Termin vereinbaren. Drei bis vier Schritte mit Nummern reichen meist.
6. Einwände: Was spricht dagegen?
Typische Bedenken lassen sich vorwegnehmen, am einfachsten in einem Bereich mit häufigen Fragen. Gute Fragen stammen aus echten Gesprächen, E-Mails oder Suchanfragen, nicht aus der Fantasie. Antworten sollten ehrlich sein, auch wenn sie Grenzen des Angebots benennen.
7. Abschluss: Jetzt handeln
Am Ende steht die Hauptaktion noch einmal, idealerweise mit einer kurzen Zusammenfassung des Nutzens. So muss niemand nach oben scrollen. Der Buttontext ist auf der ganzen Seite derselbe. Wie Buttons auffallen und verstanden werden, erklärt der Artikel Call-to-Action-Buttons gestalten.
8. Footer: Pflichtangaben
Auch eine reduzierte Landingpage braucht einen Footer mit Links zu Impressum und Datenschutzerklärung. Diese Angaben müssen leicht erkennbar und ohne Umwege erreichbar sein.
Message Match: Versprechen halten
Wer auf eine Anzeige mit dem Text “Steuererklärung für Studierende” klickt und auf einer allgemeinen Seite über Steuerberatung landet, ist enttäuscht. Die Landingpage sollte Begriff, Angebot und Ton der Anzeige oder des Links aufgreifen. Im Marketing heißt das Message Match. Je genauer Überschrift und Startbereich zur Erwartung passen, desto weniger Besucher springen sofort wieder ab.
Das bedeutet auch: Für verschiedene Zielgruppen oder Anliegen lohnen sich oft eigene Landingpages, statt alle auf dieselbe Seite zu schicken.
Das Formular: so kurz wie möglich
Das Formular ist häufig die letzte Hürde. Jedes zusätzliche Feld ist ein Grund, abzubrechen. Fragen Sie nur ab, was Sie für den nächsten Schritt wirklich brauchen. Das entspricht auch dem Grundsatz der Datenminimierung aus der Datenschutz-Grundverordnung.
- Sichtbare Beschriftungen: Platzhaltertext im Feld verschwindet beim Tippen und ist kein Ersatz für ein Label.
- Pflichtfelder kennzeichnen und optionale Felder eher weglassen.
- Passende Eingabetypen: E-Mail, Telefon und Zahlen mit dem richtigen Feldtyp, damit das Smartphone die passende Tastatur zeigt.
- Verständliche Fehlermeldungen direkt am Feld, nicht nur oben auf der Seite.
- Bestätigung nach dem Absenden: eine klare Meldung, was nun passiert und wann.
- Datenschutzhinweis kurz am Formular mit Link zur Datenschutzerklärung.
Wie lang darf eine Landingpage sein?
Die Länge richtet sich nach dem Entscheidungsaufwand. Ein kostenloses Merkblatt braucht wenig Überzeugung, eine kurze Seite mit Startbereich, drei Nutzenpunkten und Formular genügt. Ein teures oder komplexes Angebot verlangt mehr: Ablauf, Belege, Antworten auf Einwände. Lange Seiten funktionieren, wenn sie gut gegliedert sind. Großzügige Abstände zwischen den Abschnitten helfen beim Überfliegen, wie der Artikel Weißraum im Webdesign zeigt.
Navigation reduzieren oder nicht?
Viele Landingpages verzichten auf das vollständige Hauptmenü, damit Besucher nicht abschweifen. Das ist sinnvoll, wenn die Seite aus einer Kampagne heraus besucht wird. Ein Logo, das zur Startseite führt, und ein Footer mit den Pflichtlinks bleiben trotzdem. Bei Landingpages, die über die Suche gefunden werden sollen, ist eine normale Navigation oft besser, weil Besucher dort auch weiterstöbern möchten.
Gestaltung: ruhig und fokussiert
Eine Landingpage wirkt am stärksten, wenn die Gestaltung die Botschaft trägt, statt mit ihr zu konkurrieren. Bewährt haben sich:
- eine Akzentfarbe nur für die Hauptaktion, damit der Button überall sofort erkennbar ist,
- eine klare Lesereihenfolge von oben nach unten, ohne Spalten, die um Aufmerksamkeit kämpfen,
- Bilder mit Aufgabe: das Produkt, das Ergebnis, der Ablauf oder echte Menschen hinter dem Angebot,
- kurze Absätze und Zwischenüberschriften, die schon beim Überfliegen die Argumentation erzählen,
- dieselbe Bildsprache und Tonalität wie in der Anzeige oder dem Beitrag, der zur Seite geführt hat.
Ein einfacher Test: Lesen Sie nur die Überschriften der Abschnitte nacheinander. Ergeben sie zusammen eine verständliche Geschichte vom Problem zur Lösung, stimmt die Struktur.
Erfolg messen
Ob eine Landingpage funktioniert, zeigt die Konversionsrate: der Anteil der Besucher, die die Hauptaktion ausführen. Dafür muss das Absenden des Formulars oder der Klick auf den Download als Ereignis in der Webanalyse erfasst werden, unter Beachtung der Datenschutzvorgaben. Vergleichen Sie Varianten nur, wenn genug Besucher kommen, sonst sind Unterschiede Zufall. Einzelne Änderungen, etwa an Überschrift oder Formularlänge, lassen sich gezielter auswerten als komplette Umbauten.
Häufige Fehler
- Überschrift, die nichts mit der Anzeige oder dem Link zu tun hat.
- Mehrere konkurrierende Aktionen, etwa Newsletter, Anruf, Download und Kontaktformular gleichzeitig.
- Lange Formulare mit Feldern, die erst später gebraucht würden.
- Allgemeine Behauptungen ohne Belege.
- Stockfotos ohne Bezug zum Angebot.
- Langsame Ladezeit durch große Bilder oder viele Skripte.
- Fehlende Pflichtlinks zu Impressum und Datenschutz.
Checkliste Landingpage
| Prüfpunkt | Frage |
|---|---|
| Ziel | Gibt es genau eine Hauptaktion? |
| Message Match | Greift die Überschrift das Versprechen der Anzeige oder des Links auf? |
| Nutzen | Ist in Ergebnissen formuliert, was Besucher davon haben? |
| Angebot | Ist konkret beschrieben, was enthalten ist? |
| Belege | Sind alle Belege echt und nachprüfbar? |
| Ablauf | Ist klar, was nach dem Klick passiert? |
| Einwände | Werden typische Fragen ehrlich beantwortet? |
| Formular | Nur notwendige Felder, sichtbare Labels, klare Fehlermeldungen? |
| Pflichtangaben | Impressum und Datenschutz im Footer erreichbar? |
| Mobil und Ladezeit | Funktioniert die Seite schnell und vollständig auf dem Smartphone? |
Fragen und Antworten
Was ist der Unterschied zwischen Landingpage und Startseite?
Die Startseite richtet sich an alle Besucher und bietet viele Wege in die Website. Eine Landingpage richtet sich an eine bestimmte Gruppe, meist aus einer Kampagne oder Suchanfrage, und verfolgt ein einziges Ziel. Sie verzichtet deshalb auf Ablenkungen und führt gezielt zur Hauptaktion.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang, wie Besucher Informationen brauchen, um sich zu entscheiden. Für einen kostenlosen Download reicht oft ein kurzer Bildschirm. Für ein erklärungsbedürftiges oder teures Angebot ist eine längere Seite mit Ablauf, Belegen und Antworten auf Einwände sinnvoll.
Darf eine Landingpage auf das Hauptmenü verzichten?
Ja, viele Landingpages reduzieren die Navigation, damit Besucher nicht abgelenkt werden. Impressum und Datenschutzerklärung müssen aber leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar bleiben, in der Regel über Links im Footer.
Sollte eine Landingpage in Suchmaschinen erscheinen?
Das hängt vom Zweck ab. Landingpages für Suchanfragen sollen gefunden werden und brauchen dann eigenständigen, hilfreichen Inhalt. Viele fast gleiche Seiten nur für Anzeigen werden oft von der Indexierung ausgeschlossen, damit sie nicht als doppelte Inhalte konkurrieren.
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- Above the Fold
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- Weißraum
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